Im März 2014 haben wir unser Mikroweingut gegründet. Wir nennen es „mikro“, da wir nur knapp einen Hektar Rebfläche bewirtschaften – das ist ungefähr so viel wie ein Fußballfeld, nur nicht in der Ebene, sondern am Berg. Der steilste Weinberg hat eine Steigung von 57 %. Dadurch ist bei uns alles Handarbeit. Das ist zwar manchmal beschwerlich, dafür schont es das Bodenleben und entschleunigt.

Das Auge

Unser Symbol ist das Auge. Es hat nicht nur mit dem Namen zu tun, sondern steht auch für unsere Haltung zum Leben und Arbeiten. Mit einem aufmerksamen Blick lassen sich Details entdecken, die das Leben verschönern. Im Weinberg heißt das für uns, möglichst wenig einzugreifen und nicht zu stören, zum Beispiel wachsen zwischen den Rebzeilen viele blühende Wildkräuter, ein Nahrungsangebot für Bienen und Lebensraum für Tiere. Das gibt uns die Natur zurück, in Form von guten Trauben als Ausgangsmaterial für guten Wein.

 

…Gleichzeitig richten wir unser Augenmerk
auf die schönen Dinge des Lebens.

Doch selten sind es Dinge:  Für uns ist es die Zeit, die man zur Verfügung hat, etwas nach eigenem Wunsch zu gestalten, ein Tag an der Mosel, ein Buch lesen, Smartphone aus und mit Freunden den Sommerabend verbringen. Daran erinnert das Auge auf der Flasche: Den rastlosen Galopp einmal unterbrechen, aus dem Hamsterrad herausspringen und nur den Augenblick genießen.

EINBLICKE

Wie kommen wir auf den Namen Sisyphos?

Die mythologische Figur Sisyphos machte einst mit einem guten Wein den Tod betrunken und hielt ihn gefangen, sodass kein Mensch mehr sterben konnte. Als Strafe musste Sisyphos von nun an einen Stein den Berg hinauf rollen. Oben angelangt rollte der Stein stets zurück ins Tal und die mühsame Arbeit begann von vorne.

So sehen wir uns als Weinmacher des Steilhangs, wir rollen den Stein immer wieder hinauf. Noch bevor der Wein des einen Jahrgangs in der Flasche ist, beginnt der auf den neuen Jahrgang vorbereitende Rebschnitt. Wir finden es ist eine schöne Aufgabe, aus den Früchten der Arbeit guten Wein herzustellen. Denn es ist so wie der Philosoph Albert Camus sagt: „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

 

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